Max Interview mit der Freien Presse

Max Neukirchner ist rechtzeitig vor Weihnachten wieder ins heimatliche Erzgebirge zurückgekehrt. In den vergangenen Wochen weilte der Fünfte der Superbike-Weltmeisterschaft, der gestern von einer Motorsport-Fachzeitschrift hinter Valentino Rossi und Stefan Bradl zum drittbesten Rennfahrer des Jahres gewählt wurde, zu einer Stippvisite in der Rennabteilung von Suzuki in Japan. Anschließend absolvierte er erste Testfahrten für die neue Saison im australischen Phillip Island und auf der Piste von Kyalami in Südafrika. Mit dem 25-jährigen Stollberger sprach Stefan Geyler...

 

 

FP: Hat sich die mehrwöchige Weltreise gelohnt?

Max: Auf alle Fälle. So viele Kilometer wie jetzt habe ich noch vor keiner Saison herunter gespult. Wir haben insgesamt wichtige Erkenntnisse darüber gesammelt, wie wir die Werks-Suzuki des Jahres 2009 richtig abstimmen.

 

 

 

FP: Was ist neu im Vergleich zum diesjährigen Modell?

Max: Eine ganze Menge. In erster Linie sind es der Rahmen, die Schwinge und der Motor. Das Motorrad ist insgesamt schmaler. Dadurch, dass diese Komponenten alle neu sind, müssen wir für jede Strecke auch die Motor- und Fahrwerksabstimmung völlig neu erarbeiten.

 

 

FP: Wie muss man sich den Ablauf so eines Testtages vorstellen?

Max: In Phillip Island bin ich zum Beispiel am Tag zwischen 70 und 95 Runden gefahren. Zwischendurch wurden mit dem Team die Ergebnisse analysiert. Das schlaucht schon ganz schön. Am Abend weiß man dann schon, was man den ganzen Tag gemacht hat.

 

 

FP: Wie aufschlussreich sind dabei die jeweiligen Rundenzeiten?

 

Max: Man darf sie nicht überbewerten. In Australien war ich zum Beispiel schneller unterwegs als zum WM-Lauf im März. Das gibt schon Zuversicht. In Kyalami habe ich die sechstbeste Zeit aller Konkurrenten erreicht. Die wiederum spiegelt nicht das wahre Kräfteverhältnis wider. An den letzten Tagen, als die besten Zeiten gefahren wurden, haben wir noch einiges ausprobiert, so dass es sicherlich noch einige Reserven gibt.

 

 

FP: Haben Sie auch einmal einen Blick auf die Konkurrenz werfen können?

 

Max: Natürlich. Besonders Aprilia ist mir aufgefallen. Die Italiener, die wieder neu in die Superbike-WM eingestiegen sind, haben schon große Fortschritte gemacht. Was Max Biaggi und Shinya Nakano, die die acht- und neuntschnellsten Zeiten fuhren, gezeigt haben, war schon beachtlich.

 

 

Kyalami Test Bestzeiten:

 

  • 01. Michel Fabrizio (Ducati) - 1:39.714
  • 02. Ben Spies (Yamaha) - 1:39.978
  • 03. Noriyukio Haga (Ducati) - 1:39.984
  • 04. Jonathan Rea (Honda) - 1:40.035
  • 05. Carlos Checa (Honda) - 1:40.170
  • 06. Max Neukirchner (Suzuki) - 1:40.394
  • 07. Yukio Kagayama (Suzuki) - 1:40.675
  • 08. Max Biaggi (Aprilia) - 1:40.768
  • 09. Shinya Nakano (Aprilia) - 1:40.968
  • 10. Ryuichi Kiyonari (Honda) - 1:41.067
  • 11. Troy Corser (BMW) - 1:41.102
  • 12. Tom Sykes (Yamaha) - 1:41.562
  • 13. Ruben Xaus (BMW) - 1:41.996

 

So, 21.12.2008

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